3. Diversity Lunch: Gleichstellungs-Controlling

In vielen privaten Unternehmen und öffentlichen Institutionen werden noch kaum Zahlen zur betrieblichen Gleichstellung erhoben. Deshalb ist es schwierig festzustellen, wie es um die Gleichstellung innerhalb eines Unternehmens tatsächlich bestellt ist und sachlich darüber zu diskutieren. Dies führt zu zwei gegensätzlichen Grundhaltungen: In Organisationen, die entsprechende Strukturen geschaffen haben, gilt die Gleichstellung mit der Delegierung an Beauftragte bereits als vollumfänglich erreicht. Oft liegt damit auch die Verantwortung für die Umsetzung der Gleichstellung bei den Beauftragten und nicht mehr bei den Führungskräften. Die andere Grundhaltung ist, dass die Erfolge im Bereich der Gleichstellung trotz jahrzehntelangem Engagement bescheiden geblieben seien. Unter Schlagzeilen wie «Frau. Vorstand. Abgehängt.» oder «Die Unternehmen haben versagt.» wird diese These postuliert.

Rollenwandel gefordert
Dass die Gleichstellungsdiskussion und -arbeit vielerorts trotzdem schon längstens anhand von konkreten Zahlen geführt wird, zeigte der 3. Diversity Lunch der ZHAW School of Management and Law. «Gleichstellungs-Controlling bedeutet einen Rollenwandel», sagt Gudrun Sander, Direktorin des Competence Center for Diversity and Inclusion an der Universität St. Gallen. «Den Führungskräften obliegt die Verantwortung für die Umsetzung – Gleichstellungsbeauftragte beraten und machen die Ergebnisse transparent.»

Neue Wege der Zusammenarbeit
Grosse Bildungsinstitutionen wie die ETH und die Universität Zürich, aber auch zahlreiche Unternehmen haben Gleichstellungs-Controlling bereits als erfolgreiches Instrument implementiert. «Gleichstellungs-Controlling kann aber nur dort erfolgreich angewendet werden, wo Akzeptanz und Engagement auf oberster Führungsebene vorhanden sind», sagt Ines Hartmann, Leiterin der Geschäftsstelle des Vereins Gleichstellungs-Controlling. Die abschliessende Diskussion zeigte, dass Zahlen eine besondere Überzeugungskraft haben und Diskussionen entemotionalisieren können. Die Messbarkeit der Chancengleichheit kann neue Wege der Zusammenarbeit eröffnen.

Themenwünsche für den 4. Diversity Lunch können an diversity-gender.sml@zhaw gerichtet werden. Über die Durchführung wird rechtzeitig informiert.

Auskunft: Alix Hetzer, Co-Beauftragte der SML für Gender/Diversity

Nächste Diversity-Veranstaltung:

Boys’ Day (2./3.03.2015, ZHAW)
Schnupper- und Projekttage für Sekundar- und Fachmittelschüler

Die Boys’ Days geben Einblick in die Berufe als Ergotherapeut, Physiotherapeut, Pflegefachmann, Psychologe und in Bereichen der Angewandten Linguistik und Sozialen Arbeit.

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