20 Jahre MAS Financial Consulting

Der älteste Weiterbildungsmaster der ZHAW ist 20 Jahre alt geworden. Mehr als ein Drittel der über 460 Absolventinnen und Absolventen des MAS Financial Consulting kam im Casinotheater Winterthur zusammen, um das Jubiläum gebührend zu feiern.

«Alles bleibt anders», sagte Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank zur Eröffnung des Jubiläumsfests zu 20 Jahren MAS Financial Consulting. Mit dem Titel eines Lieds von Herbert Grönemeyer lasse sich auch die Entwicklung in der Finanzberatung umschreiben. Trends wie die Digitalisierung, die Martin Scholl als Unwort des Jahres bezeichnet, seien lediglich Ausdruck der kontinuierlichen Entwicklung in der Branche. Als der Studiengang in den 90er-Jahren startete, habe die Digitalisierung bereits begonnen, so Scholl. Bei der Zürcher Kantonalbank hätte man sich bereits damals auf die neue digitale Zeit einstellen müssen, unter anderem mit einer ersten E-Banking-Lösung. Wer in einer Branche, die sich stetig wandelt, statisch bleibe, könne auf längere Frist nur verlieren. Umso wichtiger seien deshalb Weiterbildungen wie der MAS Financial Consulting. Martin Scholl zeigte sich zuversichtlich, dass auch das 30-jährige Jubiläum des Studiengangs wieder gefeiert werden könne.

Martin Scholl

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Für Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank, hat die Digitalisierung bereits in der 90er-Jahren begonnen.

Wie eine Schreibmaschine
Über 180 Absolventinnen und Absolventen, Dozierende und Partner der renommierten Finanzweiterbildung waren am 1. September ins Casinotheater gekommen, um das Jubiläum bei einem festlichen Diner zu feiern. Suzanne Ziegler, Leiterin der Abteilung Banking, Finance, Insurance begrüsste die Gäste im Namen der ZHAW School of Management and Law und zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme am Jubiläumsanlass. Durch den Abend führte Studiengangleiter Roland Hofmann. Nachdem Martin Scholl quasi als Vorspeise einen Blick in die Zukunft der Finanzberatung aus strategischer Sicht gewagt hatte, widmete sich Tobias Straumann, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich, vor dem Hauptgang der Vergangenheit.

In seinem humorvollen Referat zum Umgang der Finanzwirtschaft mit Krisen und Wandel ging der Historiker auf die privilegierte Rolle der Schweizer Banken in einem neutralen Land während den Weltkriegen ein. «Im Gegensatz zur Nachkriegszeit sind uns die Weltmächte nicht mehr so freundlich gesinnt», sagte Straumann. «Das ist allerdings kein Grund zum Schwarzmalen.» Am Beispiel der Schreibmaschine illustrierte er die Rolle des Schweizer Finanzplatzes in der Welt optimistisch. «Die Anordnung der Tastatur eines Computers beruht immer noch auf den Mechanismen der Schreibmaschine, obwohl ihre Funktion hinfällig geworden ist.» Trotzdem stelle niemand das System in Frage, weil man sich daran gewöhnt habe. «Genauso verhält es sich mit dem Schweizer Finanzplatz», so Straumann. Es gelte nun aufzupassen, dass man sich bei einer allfälligen Neuordnung des Systems erneut richtig positionieren könne.

Lehren aus der Vergangenheit
«Bedenke immer, dass es nur eine wichtige Zeit gibt: Heute. Hier. Jetzt». Ganz nach diesem Zitat des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi beschäftigte sich Antonio Gatti, Leiter Financial Planning Region Zürich der Credit Suisse, vor allem mit der Gegenwart. «Die guten alten Zeiten sind definitiv vorbei», sagt Gatti. In den 90er-Jahren hätten die Finanzplaner als Zauberlehrlinge gegolten, die alles verkaufen konnten. Der Glaube an die ewige Konjunktur habe aber viele zu leichtsinnig gemacht. Aufgrund des fehlenden Kundenkontakts habe man auch intern am Erfolgsbeitrag der Planer gezweifelt. «Nun gilt es die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und stärker auf das Kundenpotenzial zu fokussieren», sagte Gatti. «Neue Technologien erhöhen die Transparenz, gleichzeitig steigen aber auch die rechtlichen Anforderungen.» Potenzial sieht er vor allem in der Altersvorsorge und der Nachfolgeregelung bei KMU. Auch Antonio Gatti betonte, wie wichtig die kontinuierliche Weiterbildung für den Umgang mit künftigen Herausforderungen sei.

Zum Ende der Veranstaltung blickte Studiengangleiter Roland Hofmann noch einmal zurück zu den Anfängen des MAS Financial Consulting. «Als der Studiengang 1997 startete, war Arnold Koller Bundespräsident, GC war Schweizermeister im Fussball und ‘Time to say goodbye’ an der Spitze der Charts», erinnert sich Hofmann. «Die Briten gaben Hong Kong an China zurück und Lady Di starb bei einem Autounfall.» Seither hat sich nicht nur politisch, gesellschaftlich und kulturell so manches verändert, auch der Studiengang wurde laufend an die aktuellen Anforderungen angepasst. «Aus der HWV wurde erst die ZHW, dann die ZHAW – doch der älteste Weiterbildungsstudiengang der Schule wurde ununterbrochen jedes Jahr gestartet», sagt Hofmann. «Heute gilt der MAS Financial Consulting als Benchmark für umfassendes Know-how in der Finanz- und Vermögensberatung.» Alle Beteiligten dürfen zu Recht stolz darauf sein. Die Absolventinnen und Absolventin, Dozierenden und Mitarbeitenden nutzten die Gelegenheit, um alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen. Im Festsaal des Casinotheaters liessen sie den Jubiläumsabend gemütlich ausklingen.

Auskunft: Roland Hofmann, Institut für Wealth & Asset Management

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